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Dieses Jahr habe ich mir für meinen Adventskalender überlegt, dass es doch gerade in der Weihnachtszeit schön ist, wenn man inspiriert wird…

Sei es durch Rezepte, sei es als Geschenkidee für die Liebsten, sei es in Form von sich selbst etwas Gutes tun. Für mich ist es immer wieder eine Freude Rose in ihrem Atelier zu besuchen. Sie macht einfach so viele wundervolle Kunstwerke, und es gibt immer wieder was Neues zu entdecken… Ihr habt ja mittlerweile schon einiges von Rose gehört und gezeigt bekommen bei mir (falls ihr es verpasst haben solltet, hier die beiden Links: Die Entstehung einer Ausstellung  und 10 Jahre Atelier Rose Fiedler) Heute will ich euch entführen in ihr Reich der Schutzengel.

Ihre Kreativität zeigt keine Grenzen und so hat sie die verschiedensten Engel erstellt. Meine Favoriten sind ja die Engel mit einem Gewand aus Teefiltern…! Sie bietet auch die unterschiedlichsten Kurse an bei denen ihr eure kreative Seite ausleben lassen könnt. Ich selbst habe auch neulich einen mitgemacht und es hat sich einfach nur wundervoll angefühlt, entweder komplett in Gedanken verloren, konzentriert selbst etwas erschaffen, dabei eine Tasse Tee trinken, nette Gespräche… also ich kann es nur empfehlen! Oder ansonsten wäre so ein Engel auch ein einzigartiges und wunderschönes Geschenk, oder?

Im Anschluss an die Bilder habe ich euch noch eine kleine Engelsgeschichte für euch… einen wunderschönen sonnigen 10. Dezember…!

Der Engel an der Brücke

Ich traf auf meinem Weg einen jungen Mann, der ging auf und ab. Ich fragte, was er denn mache und er schaute mich an. Seine Augen waren voll Trauer und auch voll Wut. Sein Körper war geschwächt und doch konnte er nicht ruhen. Auf seinen Schultern lastete ein großes Paket – hier und da waren ein paar Löcher, wo wohl ein Stück des Inhalts fehlte; dennoch schien es dadurch nicht minder schwer.

Ich fragte, warum er denn nur ständig auf und ab gehe? Er sagte, dass er gerne über diese Brücke gehen wolle, um auf die wunderschöne Insel gegenüber der Schlucht zu gelangen, doch er wage es nicht, denn seine Last sei so schwer und die Brücke, die er passieren müsse, mache keinen stabilen Eindruck.

Ich fragte ihn, warum er denn die Last nicht ablegen würde, dann könnte er doch ohne weiteres die Brücke passieren. Er schaute mich entgeistert an – ohne sein Gepäck??? Nein, das ginge nicht!

Ich fragte ihn, was denn so Wichtiges in diesem Paket wäre, dass er es denn nicht hier lassen könne. Er lächelte und sagte stolz – es ist meine Vergangenheit.

Er ging auf und ab – sehnsüchtige Blicke folgten dem Weg auf diese wunderschöne Insel – mit Blumen und Früchten und frischem Wasser. Er war wirklich geschwächt, so bot ich ihm Wasser an – dankend trank er.

Ich fragte, ob er seine Last absetzen möge und auf die Insel gehen wolle. Vehement verneinte er – auf keinen Fall würde er seine so kostbare Vergangenheit absetzen, nur, um auf die Insel zu gelangen – es müsse doch schließlich auch einen anderen Weg geben.

Wir schwiegen.

Ich meinte, wenn seine Vergangenheit leichter wäre, so könne er sie vermutlich mit auf die Insel nehmen. Doch wäre sie leichter, so wäre sein Eigengewicht weitaus mehr und so könnte er sowohl mit, als auch ohne Vergangenheit diese Brücke nicht passieren. Dadurch jedoch, dass er nun so lange gegangen sei, mit dieser Last, sei er selber davon so leicht geworden, dass er die Brücke passieren könne, würde er seine Last absetzen.

Er schaute mich erstaunt an – „Es ist also die einzige Möglichkeit diese Brücke zu überqueren?“ fragte er.

Ich schwieg. Er dachte nach.

Dann fragte er mich, ob ich denn kurz für ihn seine Vergangenheit tragen könnte, da er das Paket ungern in den Staub stellen wolle. Er würde jedoch gern einmal auf die Insel gehen, um zu schauen, ob sich denn der Tausch auch lohnen würde.

Ich sagte, dass er gern auf die Insel gehen könne, doch ich würde ihm seine Last nicht abnehmen. Ich zeigte auf den Haufen neben der Brücke und sagte: “All das ist Vergangenheit von vielen anderen, die auch zuvor wie du unentschlossen waren. Es ist deine Entscheidung – wohin es dich trägt.”

Und seit er über die Brücke lief, ruht neben seiner Vergangenheit die Vergangenheit vieler anderer glücklicher, freier Menschen!

            Autor: Paula Meux

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