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16 Dez 2011

16. Dezember – 16. Türchen

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Alle, die bisher fleißig mitgelesen haben, haben bereits mitbekommen, dass ich ein großer Fan von Paolo Coelho bin. Er schreibt einfach wundervoll und regt zum Nachdenken an.

Heute habe ich eine Geschichte aus dem Buch “Elf Minuten”

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Es war einmal ein Vogel. Er besaß ein Paar vollkommener Flügel und glänzende, bunte wunderbare Federn und war dazu geschaffen, frei am Himmel zu fliegen, denen zur Freude, die ihn sahen.

Eines Tages sah eine Frau diesen Vogel und verliebte sich in ihn. Sie schaute mit vor Staunen offenem Mund seinem Flug zu, ihr Herz schlug schneller, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. Er bat sie ihn zu begleiten und beide schwebten in vollkommener Harmonie am Himmel. Und sie bewunderte, verehrte und feierte den Vogel.

Aber dann dachte sie: Vielleicht möchte er ferne Gebirge kennenlernen! Und die Frau bekam Angst. Fürchtete, dass sie so etwas mit einem anderen Vogel nie mehr erleben könnte. Und sie wurde neidisch auf den Vogel, der aus eigener Kraft fliegen konnte. Und sie fühlte sich allein und dachte: “Ich werde dem Vogel eine Falle stellen. Wenn er zurückkommt, wird er nie wieder wegfliegen können.”

Der Vogel, der auch verliebt war, kam am nächsten Tag zurück, ging in die Falle und wurde in einen Käfig gesteckt.

Die Frau schaute täglich nach dem Vogel. Er war ihre ganze Leidenschaft und sie zeigte ihn ihren Freundinnen, die meinten: ” Du hast vielleicht ein Glück.” Dennoch vollzog sich eine merkwürdige Veränderung: Seit sie den Vogel besaß und ihn nicht mehr zu erobern brauchte, begann sie das Interesse an ihm zu verlieren. Der Vogel, der nicht mehr fliegen konnte, was den Sinn seines Lebens ausmachte, wurde schwach, glanzlos, hässlich. Die Frau beachtete ihn nicht mehr, fütterte ihn nur noch und reinigte den Käfig.

Eines Tages starb der Vogel. Die Frau war tieftraurig und konnte ihn nicht vergessen. Aber sie erinnerte sich dabei nicht an den Käfig, sondern nur an den Tag, an dem sie die Vogel zum ersten Mal gesehen hatte, wie er fröhlich zwischen den Wolken dahinflog.

Hätte sie genauer hingeschaut, in sich hinein, so hätte sie bemerkt, dass das, was sie am Vogel so sehr begeisterte, seine Freiheit war, sein Flügelschlag, nicht sein Körper.

Ohne den Vogel verlor auch für die Frau das Leben seinen Sinn und der Tod klopfte an ihre Tür.

“Wozu bist du gekommen?” fragte sie den Tod.

“Damit du wieder mit dem Vogel zusammen am Himmel fliegen kannst,” gab der Tod zur Antwort.

“Wenn du ihn hättest fliegen und immer wieder kommen lassen, hättest du ihn geliebt und noch mehr bewundert. Aber nun brauchst du mich, um ihn wiederzusehen.”

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Ich mag diese Geschichte, denn sie verdeutlicht, wie wichtig wir für einander sind und wie wichtig es ist uns gegenseitig genügend Freiraum zu geben, damit sich jeder so entfalten kann, wie es am Besten für ihn ist.

Ich wünsche euch einen stressfreien Freitag!

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